Auswirkungen des Kontakt­verhaltens auf die Verbreitung von SARS-CoV-2 in Deutschland


Kontaktveränderung im Vergleich zur Vorwoche
vom
Inzidenz
vom
Infektionen im Vergleich zur Vorwoche
vom

Datumsverschiebung:  
Tage
Glättung über Wochen
Quelle: NET CHECK
Stand:
Glättung über Wochen
Quelle: RKI, eigene Berechnungen ⓘ
Stand:

Infektionen

Anhand der Infektionszahlen wird die Reproduktionszahl (R-Wert), berechnet. Damit wird abgeschätzt, wie viele Menschen eine infizierte Person im Mittel ansteckt. Sie beschreibt die Veränderung der Infektionszahlen in einem bestimmten Zeitraum.
Die Reproduktionzahl ist das Resultat verschiedener Einflussgrößen z.B. der Übertragungsfähigkeit der Viren, des Erfolgs der Abwehrmaßnahmen gegen die Viren, der absoluten Infektionszahlen und der Schwere der Erkrankungen. Das RKI schätzt, dass der SARS-CoV-2-Wildtyp sich ohne Infektionsschutzmaßnahmen mit einer Reproduktionsrate von 2.8 bis 3.8 (genannt Basisreproduktionszahl R0) verbreitet hätte (Stand: 23.12.2021).
Für einen Vergleich des Infektionsgeschehens werden die Infektionszahlen als Inzidenz angegeben. In einem medizinischen Kontext ist dies die Rate der durch einen Erreger hervorgerufenen Neuerkrankungen in einem bestimmten Zeitraum. Bei Corona wird sie als die Anzahl der Neuerkrankten pro 100.000 Einwohner in 7 Tagen angegeben.
Die Mehrheit der heutigen stammt von einem Kontakt mit einer infizierten Person.

Kontakte

Die Kontaktzahl gibt an, wie viele Begegnungen (Kontakte) eine Person an einem Tag hat. Dies beruht auf einer statistischen Bestimmung aus Mobilfunkdaten.
Der Kontaktindex basiert auf der Kontaktzahl und korrigiert diese um Sekundärkontakte, da Personen mit sehr vielen Kontakten z.B. bei Superspreading Ereignissen großen Einfluss auf das Infektionsgeschehen haben (Freundschaftsparadox). So kann das epidemisch relevante Kontaktverhalten besser abgebildet werden.
NET CHECK, HPI und die Charité haben in einer statistischen Untersuchung einen ähnlichen Verlauf zwischen dem Kontaktindex und dem R-Wert erkannt. Dabei wurde für das Jahr 2020 eine hohe Korrelation zwischen dem deutschlandweiten Kontaktindex und dem 2-3 Wochen später folgenden Nowcasting R-Wert nachgewiesen.
Hier liegt die Verschiebung bei 20 Tagen aufgrund der Nutzung des direkt aus den Neuinfektionen berechneten R-Wertes, welcher durch den Meldeverzug beeinflusst wird.